C1-Jugend als Teilnehmer bei der Copa Maresme 2019 – ein Turnier- und Reisebericht

Während in den Osterferien bei uns meisterschaftsspielfreie Zeit herrschte, haben wir uns in diesem Jahr dazu entschieden an einem internationalen Turnier, der Copa Maresme in Pineda de Mar (Spanien), teilzunehmen. Karfreitag wurden wir mit 15 Spielern, 3 Trainern 6 Betreuern und unserer D-Jugend zusammen in Anrath abgeholt, in Erwartung von 21 Stunden Busfahrt und einer Woche Aufenthalt vor Ort.

Busfahrt:

Zu Beginn der Reise hatten die Größten Optimisten in unserer Gruppe mit einer Fahrzeit von ca. 16 Stunden gerechnet, doch dadurch, dass wir auf unserem Weg zunächst einmal in Köln den Busfahrer austauschen mussten und danach noch südlich von Bonn eine A-Jugend aus Ahrtal aufnehmen mussten, verlängerte sich das „Erlebnis“ auf nahezu 21 Stunden, lediglich unterbrochen von einigen Raststättenaufenthalten. Die Reise mit einer Horde aufgedrehter Jugendlicher im Alter von 13-15 Jahren wurde vor allem mit einsetzender Dunkelheit mehr und mehr zu einem Abenteuer. Immer wieder spielte eine der zahlreich mitgebrachten und niemals leer gehenden Lautsprecherboxen. Dabei wurde der kontinuierlich laufende Deutsch-Rap nur gelegentlich von Malle-Schlager oder Dieter Bohlen und Thomas Anders unterbrochen. Bis halb zehn am Morgen dauerte es, bis langsam Ruhe einkehrte, die jedoch abrupt von Trainer Volker Stiepert beendet wurde, der mit Rock der Toten Hosen endlich einmal für hörbare Musik sorgte. Gegen 14:30 Uhr an Ostersamstag kamen wir dann ziemlich gerädert nach dem „Erlebnis Busfahrt“ in unserem Hotel in Malgrat de Mar an.

Erste Tage vor Ort:

Da das erste Spiel am Tag der Turniereröffnung erst am Dienstag anstand, hatten wir neben dem Ankunftstag noch zwei volle Tage vor Ort. Der Ankunftstag diente vornehmlich zum Auspacken und dem Erkunden der Umgebung. Am Ostersonntagmorgen wurden unsere Jungs dann mit einem kleinen Osternest mit allerlei Leckereinen überrascht, bevor es auf einen dreistündigen Strandspaziergang ging, einschließlich Zwischenstopp bei McDonalds. Nach dem Mittagessen versammelte sich eine Gruppe zum Beach-Soccer, während eine andere Gruppe auf kleineren E-Rollern Malgrat de Mar unsicher machte. Ostermontag hieß es dann früh aufstehen um das nahe gelegene Barcelona zu erkunden. Nach zahlreichen Informationen über „Gaudi“ die „künstlich angelegten Sandstrände“ und den „´öchste Punkt von Barcelona“ stand mit dem Besuch im Stadion „Camp Nou“ und dem angeschlossenen Museum des FC Barcelona der sicherlich interessanteste Tagespunkt auf dem Programm, bevor die Stadtrundfahrt auf den „Las Ramblas“ endete. Zurück im Hotel kehrte nach den vorrangegangenen Party-Nächten zum ersten Mal etwas mehr Ruhe ein.

Spieltag 1: Dienstag 23.04.2019

Nach drei Tagen vor Ort stand am Dienstag dann endlich der erste Spieltag an. Nach der feierlichen Eröffnungsfeier im Stadion von Pineda de Mar wurden wir mit dem Bus zum Spielort von Areyns de Mund gebracht, wo wir unser erstes Turnierspiel gegen die Mannschaft vom ominösen „Team Hamm“ bestreiten sollten. Hinter dem rätselhaften Namen stand die C-Jugend der Spielvereinigung Hamm. Der Landesligist (etwa wie Niederrheinliga hier) lief zusätzlich zu einem kompletten 2004er Jahrgang auch noch mit zwei 2003ern auf, die laut Turnierbestimmungen bei der jüngeren Mannschaft eingesetzt werden dürfen. Die beiden Spieler die beim Spiel über 2 x 20 Minuten besonders herausstachen, waren der Stürmer von Hamm, welcher laut Aussage seines Trainers zur kommenden Saison ins Nachwuchsleistungszentrum in Paderborn wechseln wird und unser Torhüter Milan Ogaza, der die Hammer zur Verzweiflung brachte. Mit viel Einsatz und etwas Glück erkämpften wir uns letztendlich ein 0:0.

Spieltag 2: Mittwoch 24.04.2019

Keine 24 Stunden später mussten wir nach einer weiteren kurzen Nacht im Stadion von Areyns de Mar gegen unsere beiden weiteren Gruppengegner JSG Grenzbachtal und Teutonia SuS Waltrop antreten. Zunächst stand das Spiel gegen Grenzbachtal an, die nach einer hohen Niederlage gegen Team Hamm kaum noch eine Chance auf das Weiterkommen hatten. Zur Halbzeit stand es trotz Feld- und Chancenüberlegenheit noch 0:0. Da die Ballbeschaffenheit der KommMit-Bälle zu wünschen übrig ließ – sie ähnelten eher Ostereiern als Fußballspielgeräten – einigte man sich einvernehmlich mit dem Gegner und dem Schiedsrichter auf einen Trainingsball des Gegners aus Grenzbachtal. Kurz nach der Pause konnten wir dann nach einer Ecke das überfällige 1:0 erzielen. Die darauf folgende Kuriosität sollte uns auch noch Tage später erheitern. Plötzlich kam die Spielleiterin mit wildem Armgewedel auf das Spielfeld gestürmt. Mit etwas Verzögerung hatte auch Sie bemerkt, dass das Spielgerät ausgetauscht wurde. Sie bestimmte, dass in der Folge nur noch mit dem „offiziellen Ball“ gespielt werden dürfe. Am Spielstand änderte das nichts mehr. Mit dem 1:0 Sie qualifizierten wir uns sicher für das Sechszehntel-Finale. Nur ob als Gruppenzweiter oder als einer der besten Gruppendritten sollte sich noch im kommenden Spiel gegen Waltrop herausstellen. Im Spiel gegen Waltrop stand es bis kurz vor Schluss 1:1 Unentschieden. Mit der letzten Aktion des Spiels fiel jedoch durch einen abgefälschten Schuss an die Unterkante der Latte sehr unglücklich der Siegtreffer für Waltrop, die sich fußballerisch den Treffer sicherlich verdient hatten, jedoch auch auf und neben dem Platz auch sehr durch unsportliches Verhalten auffielen, welches vom Schiedsrichter, der mehrmals hätte die rote Karte zücken müssen, leider nicht unterbunden wurde. Nach späterer Rücksprache mit mehreren Unparteiischen hatten diese offenbar vom Veranstalter die Auflage bekommen nur in Ausnahmesituationen Karten zu zeigen und Platzverweise generell nicht auszusprechen. Was sich im Nachgang sicherlich medienwirksam gut verkaufen lässt, wenn man sagen kann, dass beim Turnier unter dem Motto „Fair Play“ kein einziger Feldverweis notwendig war, schadet allerdings dem Spiel an sich und führte dazu, dass wir, genauso wie zahlreiche andere Mannschaften nach Tag zwei arg gebeutelt zurück ins Hotel fuhren.

Spieltag 3: Donnerstag 25.04.2019

Die Niederlage gegen Waltrop in letzter Sekunde hatte erfreulicherweise die Auswirkung, dass wir im Sechszehntelfinale als einer der besten Gruppendritten gegen den AS Dragon aus Guadeloupe (Karibikstaat südöstlich von Kuba und nordöstlich von Venezuela) antreten durften. Sicherlich das Highlight des Turniers. Am dritten Tag des Turniers durften wir den Spielort von Sant Pol kennenlernen. Dort gingen wir gegen die U15 Vertretung des Karibikstaates früh in Führung, mussten kurz nach der Halbzeitpause aber in einer kurzen Schwächephase den 1:1 Ausgleich hinnehmen. Als man sich nach 2×40 Minuten schon auf das folgende Elfmeterschießen einstellen wollte, konnten wir sehenswert per Freistoß den Siegtreffer erzielen. Doch Zeit um sich zu freuen blieb kaum. Zwei Stunden später stand nach dem aufreibenden Spiel gegen den AS Dragon mussten wir schon wieder zum Achtelfinale gegen den SC Neheim antreten. Im Spiel, welches mit einer 0:3 sicherlich um ein Tor zu hoch ausgefallenen Niederlage endete, merkte man unserem mit 15 Mann vergleichsweise kleinen Kader (Neheim brachte mehr Spieler mit als auf den Spielberichtsbogen passten) die kräfteraubenden Spiele und kurzen Nächte der vergangenen Tage an. Somit war man auch nicht böse, dass man am Folgetag nicht mehr um 10 Uhr das Viertelfinale bestreiten musste, zudem dieses wieder gegen das „Team Hamm“ gewesen wäre. Die Müdigkeit merkte man unseren Spielern noch den ganzen Tag über an, sodass mit einer Ausnahme alle unsere Zimmer früh zur Ruhe kamen. 

Letzter voller Tag vor Ort: Freitag 26.04.2019

Am letzten Tag trafen wir uns gegen 10 Uhr um dem Halbfinalspiel unserer D-Jugend ca. zwei Kilometer entfernt von unserem Hotel in Malgrat de Mar beizuwohnen. Das offene Spiel, welches beide Mannschaften für sich hätten entscheiden können, musste nach einem 0:0 im Elfmeterschießen entschieden werden. Letztendlich verlor unsere D-Jugend die Lotterie und verpasste das Finale trotz zwischenzeitlichem Vorsprung. Im anschließenden Shoot-Out um Platz drei behielt man hingegen die Nerven und sicherte sich den dritten Rang. Für den Nachmittag hatten wir uns entschieden die Finalspiele von C- bis A-Junioren zu sehen, bevor an gleicher Stelle die Siegerehrung stattfinden sollte. Im C-Jugend Finale stand auch unser Gruppengegner: das „Team Hamm“. Die Sportfreunde Eisbachtal ließen den Hammern keine Chance uns siegten überlegen und verdient mit 3:0. Trotz der Überlegenheit war es ein hitziges Spiel, wiederum befeuert von der mehr als großzügigen Linie der Schiedsrichter. Nach Abpfiff kam es zu Tumulten auf dem Platz und der Tribüne sodass sogar das Sicherheitspersonal einschreiten musste. Ähnlich wie im C-Jugend Finale gestaltete sich auch das sehr hochklassige B-Jugend Finale zwischen der SG Unterrath und dem VfB Waltrop, welches der VfB Waltrop verdient mit 2:0 gewann. Auch hier musste nach Spielende wieder das Sicherheitspersonal einschreiten. Offenbar fühlten sich an diesem Tage nicht alle dem ausgegebenen „Fair-Play Gedanken“ verpflichtet. Das bereits unter Flutlichtbedingungen stattfindende Finale der A-Jugendichen verlief jedoch wieder deutlich friedlicher. Letztendlich durfte sich die von unseren Jungs lautstark unterstützte Mannschaft der TSG Bretzenheim über den Turniersieg freuen. Die anschließende Siegerehrung, bei der wir neben einem Pokal auch noch die Medaillen und die Urkunde für den 9. Platz (von insgesamt fast 50 Mannschaften) überreicht bekamen endete mit einem kleinen Feuerwerk. 

Abreisetag Busfahrt und Ankunft Zuhause: 

Am Samstagmorgen stand letztendlich die Abreise an und eine intensive Woche für alle Spieler, aber auch für die Trainer und mitgereisten Eltern ging zu Ende. Die Meisten waren froh überhaupt noch die Koffer bis zum Bus tragen zu können. Auch die 21 Stunden Busfahrt gingen vergleichsweise zügig über die Bühne, da alle damit beschäftigt waren das über die gesamte Woche aufgebaute Schlafdefizit irgendwie auszugleichen. Gegen 6 Uhr am folgenden Sonntagmorgen kamen wir wieder am Startpunkt von vor etwas mehr als einer Woche an. Durchaus gerädert aber mit einer Erfahrung im Gepäck, die uns keiner mehr wird nehmen können. Eine Woche die man so nur schwer in Worte fassen kann, eine Woche auf Reisen mit dem Fußball-Team, die die sowieso schon recht gute Kameradschaft auf ein neues Level hob und eine Woche voller Entbehrungen aber noch größeren Glücksmomenten ging mit dem Eintreffen in Anrath zu Ende.   


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